Projekt

Das eScience – Forschungsnetzwerk Sachsen ist ein Verbundprojekt aller sächsischen Hochschulen unter Federführung der TU Dresden, der TU Bergakademie Freiberg sowie der HTWK Leipzig. E-Science steht dabei für „electronic science“ und beschreibt die unterschiedlichen Forschungs- und Entwicklungsfelder im Kontext des Aufbaus und der Nutzung von Computertechnologien in der wissenschaftlichen Forschung. Gefördert wird das Projekt durch den Europäischen Sozialfonds (ESF).

Was prägt die Wissenschaft von morgen?

Ziel des im Oktober 2011 gestarteten eScience – Forschungsnetzwerks ist die Verknüpfung und Weiterentwicklung bestehender E-Science-Forschungsaktivitäten im Freistaat Sachsen durch die Implementierung gemeinsamer Standards. Darüber hinaus geht es auch um ein vertieftes Verständnis der Rahmenbedingungen und Potentiale einer zunehmend vernetzt und kooperativ arbeitenden digitalen Wissenschaft.

Expertise strukturieren und profilieren

Zur Gewährleistung exzellenter, innovativer und nachhaltiger Forschung wurden im eScience -Forschungsnetzwerk Sachsen drei Forschungscluster mit unterschiedlichen Schwerpunkten etabliert. Angesiedelt sind diese an drei verschiedenen sächsischen Hochschulen. In jedem Cluster forschen bis zu fünf Projekte parallel. Verbunden werden die Einzelvorhaben über eine Plattform. Diese vernetzt als virtuelle Forschungsumgebung Forscherinnen und Forscher und ermöglicht den Zugang zu digitalen Forschungstools ebenso, wie das Teilen von Daten oder die gemeinsame Arbeit an Texten. Darüber hinaus dient die Plattform auch der themenbezogenen öffentlichen Information anderer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, interessierter Unternehmen und politischer Institutionen.

E-Science

E-Science oder auch Electronic Science beschreibt die unterschiedlichen Forschungs- und Entwicklungsfelder im Kontext des Aufbaus und der Nutzung von Computertechnologien in der wissenschaftlichen Forschung. Während vor allem in Deutschland und Großbritannien der Begriff E-Science anzutreffen ist, findet man in den USA das vergleichbare Konzept einer „Cyberinfrastructure“ oder aber in Australien das der „E-Research“. Aktuell erweitert sich die Diskussion unter dem Schlagwort „Science 2.0“, es geht insbesondere um kooperatives digitales wissenschaftliches Arbeiten (Weichselgartner, 2010). Dabei reicht die thematische Spanne von Infrastrukturen über Anwendungsarchitekturen, Grid- und Cloudtechnologien bis hin zu Bildungstechnologien, dem sogenannten E-Learning. Zudem unterstützen E-Science-Systeme das kooperative Forschen an und zwischen Hochschulen sowie in Kooperation mit der Wirtschaft (vgl. Ziegler & Diehl, 2009). Gegenstandsbereiche der E-Science sind demnach in ihrer Ausprägung in Bezug auf Forschungsrahmen und Forschungsgegenstand spezifisch, dort kommt es dann zu Begriffsbildungen wie E-Humanities, E-Medicine oder E-Engineering. In jedem Fall geht es um die Erweiterung wissenschaftlichen Handelns durch die Integration von E-Technologien und darauf aufbauenden Methoden. Dabei zeigt sich, dass gerade die Methodik kooperativen Forschungshandelns, aber auch der Wissensorganisation sich rasant verändert und bisher zu wenig systematisch durch die Vertreter unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen in den Blick genommen wurde. Auch an der Schnittstelle zur Nachnutzung bzw. an bereits bei der Begründung von Forschungszusammenhängen kommt es zu neuen Paradigmen, wie beispielsweise das Konzept des ‚living lab‘. Hier geht es um eine Nutzer-zentrierte Forschungs- und Open Innovation Praxis, basierend auf der Forschungsarbeit in multidisziplinären Teams. Eine der wesentlichen Aktivitäten dieser Teams ist die co-creation, d.h. das Zusammenbringen von technologischer Innovation und deren Anwendung durch Vorgehensweisen wie crowd-sourcing und crowd-casting. Bei diesen durch Gemeinschaften getriebenen Forschungspraxen kann eine Vielfalt von Meinungen, Anforderungen und Wissensaustauschen in die Ideenfindung neuer Szenarien, Lösungen und Anwendungen einbezogen werden.

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