E-Systems

Im Rahmen des Forschungsnetzwerks charakterisieren wir E-Systems als eine Wissenschaftsdisziplin, in deren Zentrum die Analyse, der Einsatz und die Entwicklung von lokalen sowie verteilten Hardware- und Softwaresystemen, damit verbundenen Anwendungsszenarien und organisatorischen Strukturen zur Schaffung eines effizienten Umfeldes kooperativer hochschulübergreifender Forschungsarbeit steht. Dabei geht es, ähnlich dem „Lebenslangen Lernen“ im Bereich der Bildungstechnologien, um eine durchgehende Begleitung verschiedener, häufig noch getrennt behandelter Prozessphasen. Die ‘eigentliche’ Forschungstätigkeit in der Vielfalt ihrer Formen soll gemeinsam mit vorgelagerten Phasen wie etwa der Mittelakquirierung, Problemidentifikation und Kalkulation, nachgelagerten Phasen wie dem Ergebnistransfer in die Wirtschaft und der Bewertung von Forschungsleistungen sowie begleitenden Phasen wie Öffentlichkeitsarbeit und Lehre betrachtet werden.

Die Hervorhebung des Kooperationsaspektes, die in der Regel vorliegende Heterogenität problemspezifischer wissenschaftlicher Arbeitsumgebungen und das für die wissenschaftliche Arbeit unerlässliche Informationsmanagement setzen insbesondere die Betrachtung verteilter Anwendungs- und Systemarchitekturen auf die Tagesordnung. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Behandlung der Schnittstellenproblematik. Dabei kann im Forschungscluster auf momentan laufenden und zurückliegenden Projektarbeiten zur Systemkopplung im Bereich E-Learning (Hering et al. 2010; Hering & Schaar 2009; Schaar & Köber 2008) aufgebaut werden. Eine sehr effiziente Unterstützung wissenschaftlicher Arbeit ist durch Problem-Solving Environments (PSEs) gegeben (Houstis, Gallopoulos, Bramley & Rice 1997), welche als Hardware-/Softwaresysteme auf die Lösung bestimmter Problemklassen ausgerichtet sind. Derartige Systeme besitzen in der Regel Mechanismen zur Kombination von Werkzeugkomponenten im Rahmen adäquater Workflows (Hering, Rünger & Trautmann 2005). Bei Abschwächung der Annahmen zur PSE-Infrastruktur ergibt sich ein breites Spektrum von Arbeitsumgebungen bis hin zu losen Kollektionen problemspezifischer Werkzeuge (Rühl 2008). Im Rahmen des Forschungsclusters ist neben der Identifizierung und Umsetzung von Einsatzszenarien die Übertragung mit Problem-Solving Environments verbundener Prinzipien auf Arbeitsumgebungen für das Forschungsmanagement von Interesse.

Zur Realisierung kooperativer Aktivitäten und zum Wissenstransfer im geplanten Forschungsnetzwerk ist insbesondere der Einsatz Web 2.0 basierter Werkzeuge zu untersuchen. Im Leitbild der HTWK Leipzig (Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig 2009) nimmt der Vernetzungsgedanke eine zentrale Stellung ein. Für den Bereich Forschung und Entwicklung ist als strategisches Teilziel die Bildung von Spitzenforschungsbereichen im Kooperationsverbund mit der (regionalen) Wirtschaft und wissenschaftlichen Einrichtungen formuliert. Seit 2007 werden die drei Forschungsprofile Energie-Bauen-Umwelt, Life Science Engineering sowie Software und Medien aufgebaut. In das geplante sachsenweite Forschungsnetzwerk können u.a. Wissenschafts- und Wirtschaftskontakte mit der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH, dem MDR und Instituten der Universität Leipzig eingebracht werden. Einen Ausgangspunkt für die Entwicklung von organisatorischen Strukturen zur Realisierung von Innovations- und Technologietransfers im Forschungscluster stellt das Forschungsund Transferzentrum (FTZ) der HTWK Leipzig dar, das als projektorientierter Verbund strukturiert ist.

Ein von der Industrie und Handelskammer zu Leipzig in Auftrag gegebenes Gutachten zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Leipzig (IWH 2008) konstatiert insbesondere die Notwendigkeit des Ausbaus anwendungsorientierter Forschungsaktivitäten in der Region. Die Entwicklung des geplanten Forschungsclusters kann einen signifikanten sachsenweiten Beitrag in dieser Richtung leisten.

Weitere Informationen zum Cluster E-Systems und Kontakt:
e-systems(at)escience-sachsen.de

Geförderte Forschungsvorhaben im Cluster E-Systems: hier

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