CfP: Workshop “Informatik und die Digital Humanities”

Ebenfalls zum Thema “Digital Humanities” wurde kürzlich vom Institut für Informatik, Abteilung Automatische Sprachverarbeitung, der Universität Leipzig ein Call for Paper veröffentlicht zum Thema “Informatik und die Digital Humanities”, Deadline ist der 31. August.

Der CfP in voller Länge:

Call for Papers Workshop “Informatik und die Digital Humanities” Leipzig, 3. November 2014

In den vergangenen Jahren hat das Thema “Digital Humanities” in Deutschland deutlich an Interesse gewonnen, dafür sind unter anderem auch die entsprechenden Ausschreibungen des BMBF verantwortlich. Aus den Geisteswissenschaften heraus hat sich dazu 2013 der Verband DHd (“Digital Humanities im deutschsprachigen Raum”) gegründet, der im März 2014 seine erste Jahrestagung in Passau mit ca. 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern abgehalten hat.

Zahlreiche Informatikerinnen und Informatiker arbeiten in DH-Projekten und kooperieren mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Geisteswissenschaften. Während sich Letztere nun organisieren und ein klareres Bild dieser Forschungsrichtung und -methodik zeichnen, bleibt die Perspektive der Informatik noch unscharf.

Der Workshop bedenkt deshalb das Verhältnis der Informatik zu den Geistes- und Kulturwissenschaften im deutschsprachigen Raum aus der Sicht der Informatik. Die Tagung in Passau hat gezeigt, dass es weiterer Klärung bedarf, in welcher Wechselbeziehung die Informatik zu den Fächern der Humanities steht. Kann die Kommunikation der (mindestens) “Zwei Kulturen” (C. P. Snow) erleichtert werden? Welcher Art kann ein Wissen sein, das in Mensch-Maschine-Verbünden entsteht?

Weder kann die Informatik die Probleme der Anderen schlicht lösen, noch können die Humanities hoffen oder erwarten, dass industrielle Computertechnik so ohne Weiteres eine große Hilfe bei ihren nur schwer formalisierbaren Fragestellungen sein könnte. Was ist das Besondere an den informatischen Problemstellungen der DH? Sind sie einfach nur ein weiteres Anwendungsgebiet der Informatik? Welche Teile der hermeneutisch orientierten Geisteswissenschaften informatischen Verfahren der Berechenbarkeit unterworfen werden können, wo also Computer besonders nützlich wären, das ist noch nicht restlos geklärt. Wie würde die Informatik solche Felder charakterisieren, scheint eine Typologie auf?

Entsteht da vielleicht eine neue Bindestrich-Informatik, oder sickert so viel informatische Fachkenntnis in die Geisteswissenschaften, dass diese sich selbständig machen kann? Bleibt das Abenteuer der DH also dauerhaft transdisziplinär, oder kommt es absehbar an sein Ende?

Weiterhin ist völlig offen, wie die Informatik sich selbst verändert, wenn geisteswissenschaftliche Ansätze ins Spiel kommen, wie sie selbst davon profitiert, dass ihr Methodenspektrum und ihre Anwendungsbereiche sich ausweiten. Welches ist das Forschungsinteresse der Informatik an den DH? Ist es vielleicht an der Zeit, eine DH-GI-Fachgruppe zu gründen?

Der Workshop wird im Kreise der Autorinnen und Autoren der angenommenen Papers stattfinden. Alle diese Papers werden vor der Veranstaltung allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zugestellt, sie werden wechselseitig vorgestellt und dann diskutiert. Aus diesen Beiträgen wird auf der DH 2015 im Februar 2015 in Graz ein Panel zusammengestellt werden.

Bitte senden Sie einen Abstract von ein bis zwei Seiten Länge bis zum 31. August 2014 an:

informatik-dh-workshop2014@e-humanities.net

 oder

Prof. Dr. Gerhard Heyer
Institut für Informatik Augustusplatz 10
04109 Leipzig

Sie werden über die Annahme Ihres Beitrags bis zum 15. September 2014 unterrichtet.

Auswahlkommission
Andreas Henrich, Bamberg
Gerhard Heyer, Leipzig
Günther Görz, Erlangen-Nürnberg
Manfred Thaller, Köln
Martin Warnke, Lüneburg

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